Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte 

wird von kompetenter Seite Hilfe zuteil

Bei seinen Bemühungen leerstehende Fachwerkhäuser in Langenholdinghausen einer neuen Nutzung zuzuführen, wird dem Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte von kompetenter Seite Hilfe zuteil: Drei Tage lang widmeten sich jetzt Studierende des Fachbereichs Architektur der Untersuchung von zwei Anwesen im historischen Ortskern, den Häusern von "Gewelersch" und "Bochs". Beide Häuser können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die talwärts gelegene Traufseite des Hauses von "Gewelersch" weist nahezu alle im Siegerländer Fachwerkbau verwandten Konstruktionsweisen auf, von der ältesten Bauweise mit zweigeschossig durchlaufenden senkrechten Stielen und Streben aus dem 16./17. Jahrhundert, daneben die Bauweise mit nur geschosshohen Zwischenstielen und der ?Mannfigur aus dem 17./18. Jahrhundert und schließlich das "Siegerländer Sparfachwerk" des 19. Jahrhunderts. "Bochs" Haus ist etwas jünger, zwischen 1725 und 1727 erbaut wurden an dem Anwesen aber bereits 100 Jahre später umfangreiche Erneuerungen vorgenommen.

Beide Gebäude prägen das Ortsbild von „Hollekusse“ und beide verbindet heute ein gemeinsames Schicksal. Als Ergebnis des demographischen Wandels stehen die Häuser zur Zeit leer. Von den sechs Studentinnen und Studenten aus dem Studiengang Architektur werden die Gebäude zunächst vermessen und zeichnerisch erfasst, die Bausubstanz wird gesichtet und vorhandene Baumängel werden festgehalten. Danach werden im Rahmen von Studienarbeiten mögliche Nutzungskonzepte für die beiden Häuser erstellt. Geleitet und betreut werden die zukünftigen Architekten dabei von Professor Claus Anderhalten und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Dipl. Ing. Hartmut Schoof und Dipl. Ing. Mathias Wirtz . Vor den jetzt angelaufenen praktischen Arbeiten mit Maßband, elektronischem Entfernungsmesser und Zeichenblock stand für die Studierenden im Sommersemester 2008 die Teilnahme am Seminar „Historischer Fachwerkbau“, einer von Professor Anderhalten angebotenen Wahlpflichtveranstaltung. Dabei wurden den Studentinnen und Studenten grundlegende Kenntnisse über den Fachwerkbau und die historischen Entwicklung der Konstruktionsformen vermittelt. Gegenstand des Seminars waren aber auch die in Fachwerkgebäuden häufiger auftretenden Schäden, die durch Feuchtigkeit, Schädlingsbefall oder mangelhaften konstruktiven Holzschutz bedingt sind. Vom den Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte war das „Hilfsersuchen“ vor einem halben Jahr an die Universität herangetragen worden. Für die daraufhin zugesagte Unterstützung durch den Fachbereich Architektur sind die Mitglieder des Arbeitskreises Dorerneuerung sehr dankbar. Ernst-Otto Ohrndorf vom Arbeitskreis: „Wir erhoffen uns von diesen Projekten neue Impulse, um die alten Gebäude wieder mit Leben zu füllen. Für die Studierenden bietet sich die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln im Umgang mit Fachwerkhäusern und dem Bauen im Bestand. Von der Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und vom Interesse und Engagement der Studierenden sind wir begeistert“.

Anschrift

Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte Langenholdinghausen
Holdinghauser Str. 55a
57078 Siegen